Hexenfeste

Die Jahreskreisfeste

31. Oktober: Winteranfang/Samhain
Die Nacht wird länger und das Mondlicht und die Sterne bleiben länger am Himmel. In dieser Nacht arbeiten wir mit den positiven Aspekten der Finsternis. Bei der feuchten Kälte des ersten Winteratems konzentrieren wir uns, um unsere Wahrsage- und psychischen Talente zu entwickeln. Die alten Kelten und andere Hexentraditionen betrachteten diesen Tag als letzten Tag des alten Jahres. Es ist die Nacht, in der die Grenzen zwischen den Welten der Lebenden und der Toten hauchdünn sind, und es gibt den Toten die Möglichkeit unter den Lebenden zu wandern, willkommen geheißen zu werden und mit ihren Verwandten zu feiern.

21. Dezember: Jul


Die Sonne steht an ihrem niedrigsten Punkt. Es ist die längste Nacht des Jahres. Inmitten der Finsternis geschieht eine Umkehr der Gezeiten. Die Tage werden wieder länger und das Sonnenkind ist wiedergeboren. Es ist eine Zeit der Geschenke, der Feierlichkeiten und der Freude. Wir dekorieren das Haus mit immergrünen Zweigen und vielleicht mit einem Baum, um die dauerhafte Lebenskraft zu feiern. In unseren Ritualen ehren wir die Göttin als Mutter und heißen ihren neugeborenen Sohn willkommen.

1. Februar: Imbolc


Wenn das Steigen der Sonne am Himmel sichtbar wird, werden Kerzen angezündet um ihre Reise zu beschleunigen und um unsere eigene Erneuerung zu symbolisieren. Imbolc ist ein Moment, sich nach innen zu richten und den Weg zur spirituellen Wiedergeburt frei zu machen. Es ist der Festtag der keltischen Göttin Brigid, deren dreifaltige Aspekte über die Zünfte der Schmiedekunst, der Dichtkunst/Inspiration und der Heilung herrschen. Die Germanen feierten in dieser Zeit wahrscheinlich ein Fest zu Ehren von Iduna, die als Gemahlin Bragis den Asen mit goldenen Lebensäpfeln die verjüngende Lebenskraft schenkt. "Februum" ist ein lateinisches Wort, das Reinigung oder Versöhnung bedeutet, und benennt diesen Monat als Monat der Säuberung.

21. März: Frühlingstagundnachtgleiche

Tag und Nacht sind an diesem Datum gleich lang, wenn der Frühling die Umwelt mit einem wiederbelebendem Wachstum erwachen läßt. Neugeborene Tiere kommen heraus um die Welt zu erkunden. Viele Menschen fühlen sich nach der Kälte des Winters wie "Wiedergeboren". Die germanische Göttin Ostara fliegt über das Land und hinterläßt die Eier eines neuen Lebens und ihr Fruchtbarkeitstier, den Hasen. Am ersten April wurden auch Feste zu Ehren der griechischen Göttin Aphrodite und der römischen Göttin Venus gefeiert.

30. April: Walpurgisnacht/Beltane
Wenn das Wetter wärmer wird und alle Pflanzen blühen, herrscht ein ausgelassenes Gefühl. Früher tanzten die Leute um den Maibaum, der ihnen Fruchtbarkeit versprach. In manchen Traditionen heiratet an diesem Tag die jungfräuliche Göttin ihren Geliebten, den jungen Gott. Der 1. Mai war der Mittelpunkt einer Fünftagefeier zu Ehren von Flora, der römischen Göttin der Blumen. Man erzählt sich, daß der Morgen des ersten Mai ein magischer Moment allergrößter Kraft für das Wasserelement sei: Dann gingen die Jungfrauen aus um ihre Gesichter im Morgentau zu waschen, und die Heiler sammelten "wildes" Wasser (Tau- Fluß- oder Meerwasser), das für das kommende Jahr als Basis für heilende Medikamente oder Tränke diente.

21. Juni: Sommersonnenwende/Mittsommer
An diesem längsten Tag im Jahr gibt es Licht und Leben im Überfluß. Wir konzentrieren uns nach außen hin, erfahren die Freude des Überflusses, feiern die Fülle der Jahreszeit. Um diese Zeit werden überall Jahrmärkte und Feste veranstaltet, und in den nördlichen Ländern fand das Thing (Parlament) statt. In manchen Ländern feiert man die Veränderung des "Grünen Mannes" zum Sonnenkönig, oder das Gefecht der Lichtgötter mit den Göttern der Finsternis. Man erzählt sich, daß Rhea, die Berggöttin und die Mutter Cretes, in diesem Moment, der auch das Fest der chinesischen Lichtgöttin ist, die ganze Schöpfung ausgeatmet hat.

31. Juli: Lammas/Erntedankfest
Dies ist das sächsisch/germanische "Brotfest", Lammas, wo während einer rituellen Mahlzeit die erste Kornernte verzehrt wird. Dieser Tag ist auch der griechischen Mondgöttin Artemis geweiht.

21. September: Herbsttagundnachtgleiche
An diesem Tag sind Licht und Finsternis wieder im Gleichgewicht, bevor wir in die finstere Zeit hinabsteigen. Es wird ein Erntedankfest veranstaltet und wir danken der Göttin, daß sie uns genug Nahrung für den Winter gegeben hat. In ländlichen Umgebungen werden noch heute verschiedene Erntedankfeste veranstaltet.

Das Rad des Jahres
Wir kehren wieder zum Ausgangspunkt, Samhain zurück, nachdem wir das Rad des Jahres mit seinen acht Speichen durchreist haben: Die vier wichtigen landwirtschaftlichen Feste, und die vier weniger wichtigen Sonnenfeste. Für Hexen sind die Feste sowohl Momente der Feier, als auch des Umgangs mit den Kräften der alten Götter. Es sind Momente, in denen die Pforten zwischen den Welten geöffnet sind und die Götter Hand in Hand am Tanz des menschlichen Lebens teilnehmen. Es ist nicht verwunderlich, daß viele Wicca-Festtage mit den Festtagen des christlichen Kalenders zusammenfallen. Das ist kein Zufall: Diese Punkte im Jahreszeitenkreis waren lange vor der Ankunft des Christentums wichtige Gemeinschaftsfeste. Die Kontinuität dieser Feste über Jahrtausende hinweg deutet hin auf eine tiefe spirituelle Wahrheit, die in diesen Momenten gefeiert wurden und noch immer werden.



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